Programm "Freiwilligendienste aller Generationen"

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Programm Freiwilligendienste aller Generationen



UB: Die 46 Leuchtturmprojekte | Mobile Kompetenzteams | Qualifizierung der Freiwilligen
VB: Freiwilligendienste aller Generationen



Name

Die Bezeichnung Programm Freiwilligendienste aller Generationen ist der offizielle Name (alternativ: Freiwilligendienste aller Generationen) für das von 2009 bis 2011 laufende Förderprojekt Freiwilligendienste aller Generationen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen der Initiative "Alter schafft Neues". Es gibt keine offizielle Abkürzung für die Freiwilligendienste aller Generationen; die Abkürzung "FDaG" sei "nur intern möglich", heißt es in einer Mitteilung der Programmverantwortlichen.[1]

Bedingungen

  • Einen Freiwilligendienst aller Generationen kann leisten, wer die Schulpflicht erfüllt hat.
  • Freiwillige haben sich auf mindestens acht Stunden je Woche für die Dauer von mindestens einem halben Jahr zu verpflichten.
  • Das Dienstverhältnis muss zwischen Freiwilligem, Träger und Einsatzstelle schriftlich vereinbart werden.
  • Träger eines Freiwilligendienstes aller Generationen können Einrichtungen zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger sowie kirchlicher Zwecke oder juristische Personen des öffentlichen Rechts sein.
  • Der Träger qualifiziert die Freiwilligen und die sie anleitenden Fachkräfte durch Fort- und Weiterbildung im Mindestumfang von durchschnittlich 60 Stunden pro Jahr.
  • Der Träger begeleitet die Freiwilligen durch kompetentes Personal der Organisation.
  • Die Freiwilligen sind in der gesetzlichen Unfallversicherung (§ 2 Abs. 1a SGB VII) versichert, wenn das Dienstverhältnis schriftlich vereinbart ist.
  • Der Träger stellt die Haftpflichtversicherung der Freiwilligen sicher. Wenn Freiwillige nicht für einen bestimmten Träger aktiv werden, treten die Sammelhaftpflichtversicherungen der Länder ein.[2]


Ziel

"Das Programm "Freiwilligendienste aller Generationen" dient dem politischen Ziel, bürgerschaftliches Engagement auf breiter Fläche und damit den Zusammenhalt der Generationen zu fördern. Dabei werden insbesondere drei Schwerpunkte verfolgt: die Heranführung von Kindern und Jugendlichen an das freiwillige Engagement, die Integration von Migrantinnen und Migranten sowie durch die Einbringung des Erfahrungswissens der Älteren deren Potenziale im bürgerschaftlichen Engagement zu nutzen. Es ist Teil der Initiative "Alter schafft Neues" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und wird seit dem 1. Januar 2009 für eine dreijährige Laufzeit mit insgesamt 24,75 Mio. € gefördert. Die Freiwilligendienste aller Generationen sind vor allem auf eine kommunale Verankerung des Dienstprofils über die Programmphase hinaus angelegt."[3]

Vorgeschichte

"Der Bericht "Perspektiven für Freiwilligendienste und Zivildienst in Deutschland" der Kommission „Impulse für die Zivilgesellschaft" formulierte 2004 die Empfehlung, neben den klassischen Freiwilligendiensten (Freiwilliges Soziales Jahr / Freiwilliges Ökologisches Jahr) einen neuen Typ Freiwilligendienst zu schaffen.[4] Dieser sollte den Herausforderungen des demographischen Wandels begegnen und besonders die Potenziale älterer Menschen im bürgerschaftlichen Engagement nutzen.
Im Modellprogramm "Generationsübergreifende Freiwilligendienste" (GüF) wurde zunächst zwischen 2005 und 2008 ein Freiwilligendienst für Menschen jeden Alters erfolgreich erprobt: 9.000 Freiwillige absolvierten einen GüF in weit über 1.500 Einsatzstellen und bei einer Vielzahl von Trägern. Dabei konnten viele neue Kooperationsbeziehungen entstehen, neuartige Einsatzfelder erreicht werden und ein Dienstprofil entwickelt werden, das passgenau den Ansprüchen der Freiwilligen und den Anforderungen von Trägern und Einsatzstellen entsprach. Auf den Erfahrungen des GüF basieren das Profil der Freiwilligendienste aller Generationen und die Bausteine des Programms."[5]

Erste Offizielle Beschreibung

"Die neuen „Freiwilligendienste aller Generationen“ (Gesamtbudget 22,5 Millionen Euro 2009-2011) sind Angebote für alle Altersgruppen, insbesondere aber ältere Menschen, die ihr Wissen und ihre Arbeitskraft verlässlich über einen längeren Zeitraum ehrenamtlich aber verbindlich für 8-20 Std. pro Woche mindestens 6 Monate für eine Einrichtung oder ein Projekt zur Verfügung stellen wollen (z. B. Kinderbetreuung, Pflege, Jugendarbeit). Freiwillige ersetzen keine qualifizierten Arbeitskräfte (arbeitsmarktpolitische Neutralität).

„Viele der älteren Menschen haben ein tiefes Bedürfnis, Bleibendes zu schaffen und Aufgaben auch jenseits der eigenen Familie zu übernehmen. Sie warten nur darauf, dass man sie mehr in die Verantwortung nimmt, aber sie brauchen auch Impulse aus der Gesellschaft, sich zu engagieren. Wir kennen den großen Bedarf auf allen Seiten: Kommunen, Initiativen und Wohlfahrtsverbände suchen händeringend kompetente und engagierte Helfer, könnten aber nur schwer Mitstreiter finden. Bürger, die sich engagieren wollen, haben das Problem, dass sie keine passende Aufgabe finden. Jeder dritte sagt, dass er sich engagieren könnte, wenn es ein entsprechendes Angebot gäbe. Da setzen wir mit den neuen Programmen an“, sagt Ursula von der Leyen.

Das Programm „Freiwilligendienste aller Generationen“ fußt auf drei Säulen:

1. Bundesweit 30 Leuchtturmprojekte
  • 30 gemeinsam mit den Ländern ausgewählte Gemeinden, Städte oder Träger (Wettbewerb),
  • die sich der veränderten demografischen Situation aktiv stellen wollen,
  • erhalten jeweils 150.000 Euro über drei Jahre,
  • wenn sie die neuen Freiwilligendienste mit besonderer Kreativität in ihrem Ort etablieren.
2. www.das-buergernetz.de als erste bundesweite Suchwebsite für Ehrenamtjobs
  • Interessierte können nach Postleitzahl, Thema und/oder Einsatzfeld eine Betätigung ihrer Wahl finden, und Kindergärten, Schulen, Vereine und Initiativen aller Art ihre Angebote zum Mitmachen dort einstellen.
  • In Partnerschaft mit dem Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund.
  • Als Starthilfe 4,5 Millionen Euro Bundesmittel für 2000 Kommunen, die lokale Internetseiten zu Freiwilligendiensten aller Generationen aufbauen und in das zentrale Angebot einspeisen.
  • „Bürger kommen mit zwei Klicks von der lokalen auf die Bundesseite und umgekehrt. So entsteht eine bundesweite Börse, aber auch ein riesiger Katalog guter Beispiele von Flensburg bis Garmisch, vom lokalen Umweltschutzprojekt bis zur ehrenamtlichen Betreuung Demenzkranker. Unser Ziel ist, dass das Angebot mittelfristig nicht nur Freiwilligendienste aller Generationen umfasst, sondern sämtliche Formen Ehrenamtlichen Engagements in Deutschland“, sagt Ursula von der Leyen.
3. „Mobile Kompetenzteams“, Qualifikation und Stärken der Strukturen
  • Bund gibt jährlich bis zu 2,3 Millionen Euro für den bundesweiten Einsatz von „mobilen Kompetenzteams“ in den Ländern (enge Abstimmung mit den Ländern).
  • 7-8 Teams aus 2-3 Experten, die in die Kommunen gehen, um Multiplikatoren zu schulen.
  • Die Länder erhalten dafür bis zu drei Jahre Zuschüsse des Bundes (Kofinanzierung)
  • Zusätzlich bis zu 1 Millionen Euro jährlicher Bundesmittel für die Weiterbildung von Freiwilligen und die Qualifikation der sie anleitenden Fachkräfte vor Ort (z. B. in Volkshochschulen, Bildungseinrichtungen der Wohlfahrtsverbände)
  • Zielgruppen: Freiwillige, Hauptamtliche, Entscheidungsträger
  • „Wenn die Funken, die wir mit unseren Bundesprogrammen schlagen, zünden sollen, brauchen wir professionelle und gut vernetzte ehrenamtliche Strukturen vor Ort. Deswegen investiert der Bund ganz gezielt in das Fachwissen vor Ort in den Kommunen“, sagt Ursula von der Leyen."[6]




  1. ZZE; BMFSFJ: Freiwilligendienste aller Generationen – Bezeichnungen. Email vom 10.07.2009
  2. http://www.freiwilligendienste-aller-generationen.de/profil-des-neuen-freiwilligendie.html | 20.09.2009
  3. Zentrum für zivilgesellschaftliche Entwicklung, 2009: Freiwilligendienste aller Generationen. Häufig gestellte 99 Fragen. Freiburg, 5
  4. EWB: BMFSFJ 2004, 10f.
  5. Zentrum für zivilgesellschaftliche Entwicklung, 2009: Freiwilligendienste aller Generationen. Häufig gestellte Fragen. Freiburg, 5
  6. Presseerklärung BMFSFJ vom 02.04.2008
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